Neuer Block



Al Samar e.V.


  • Bilanz

Dezember 2014

 

20-jähriges Jubiläum des Einsatzes des Vereins Al Samar e.V. im Tschad

Seit Mai 1994 setzt sich der Verein Al Samar e.V. für soziale Projekte im Tschad ein. Al Samar e.V. zieht eine Bilanz über seine Tätigkeiten in dem Zeitraum von 20 Jahren im Tschad (Mittelafrika).

Durch ehrenamtliche Tätigkeiten vieler Mitwirkenden, Trommelgruppen, Tanzgruppen und Spender bzw. die Zusammenarbeit mit einigen Einrichtungen wie  das Jugendhaus Fuchsbau, Diakoniezentrum Heiligensee und Johannesstift Spandau-Hakenfelde und der Gleichstellungsbeauftragen von Reinickendorf sowie der GEW in Eckernförde konnte der Verein seine umfangreichen Projekte finanzieren.

Dank der Zusammenarbeit mit dem Berliner Verein DFFD konnte Al Samar e.V. auch die Projekte in den Ortschaften Lafana und Etena finanzieren: Erdnuß- und Hirsemühle für eine Frauenkooperative, Installation von Wasserpumpen, den Bau eines Schulgebäudes sowie eine Gartenanlage.

Al Samar e.V. finanzierte außer den Hauptprojekten wie Grund- und Realschule, Krankenstation, Frauenkooperative, Gartenanlage, Installation von Wasserpumpen auch die Weiterbildung von Kindern. Sieben Jugendliche konnten nach Abschluss ihrer von dem Verein finanzierten  Berufsausbildung Arbeit finden. Allein aus dem Dorf Mafaling sind fünf junge Männer ausgebildet worden und sind jetzt berufstätig. Der Verein ermöglichte diesen Männern den Einstieg ins Berufsleben: Drei von ihnen arbeiten jetzt in der Krankenstation von Al Samar als Krankenpfleger und einer als Lehrer in der Grundschule. Der fünfte Jugendliche, Mamat Dola, ist nach Abschluss seines Studiums (Licence en Lettres) an der Universität in Abéché (Mitteltschad) wieder ins Dorf zurückgekehrt und  unterrichtet dort Französisch und Englisch an der Al- Samar-Realschule. Er wurde  während des Besuchs des Gymnasiums in Koundoul (in der Nähe der Hauptstadt NDjaména) von dem Verein unterstützt.

Der gemeinnützige Verein sorgt auch für sauberes Trinkwasser. Er finanzierte schon mehrere Wasserpumpen in Dörfern Mafaling, Lafana, Etena, Koundoul sowie auf Feldern für die Bauern und Nomaden.

Im September 2014 finanzierte der Verein eine Erdnußschälmühle für Jugendliche in Mafaling als Existenzgründung. Ein anderer Schüler bekam, nach Abschluss des Gymnasium ein Startkapital für eine Handy-Aufladestation. Ausserdem finanziert der Verein  die Erlangung von Führscheinen, um einen Job als Autofahrer zu ermöglichen.

Als kleiner privater Verein hat Al Samar e. V. damit nachhaltige Projekte für mittellose Menschen ins Leben gerufen. Mit nur 3.000 DM hat der Verein im Dorf Mafaling angefangen. Seit 2010 unterstützte der Verein auch die Lehrer des Nachbardorfs Lafana. Jetzt hat der Verein beschlossen, den beiden dort sehr engagierten Lehrern ein Gehalt von monatlich 50 Euro zu zahlen.

Folgende weitere Projekte sind geplant:

-  Fertigstellung des im Februar begonnenen Gebäudes der Krankenstation im Dorf Mafaling

-  Ausbau der Gemüsegartenanlage in Etena           

- Anschaffung einer Solaranlage für die Schule und die Krankenstation und die Errichtung eines    Kulturzentrums.

-  Erweiterung der Schule zum Gymnasium

Der Verein bedankt sich für Eure Unterstützung und wünscht allen ein gesundes Jahr 2015.

Helfen Sie uns weiter. Ihre Gelder kommen dort hin, wo sie richtig gebraucht werden. Das Hauptprinzip des Vereins ist der direkte Kontakt zur Bevölkerung, vertreten durch das Komitee „APE= Association des Parents d’Élèves, zu Deutsch Gruppe der Schülereltern und COSAN= Comité de Santé, zu Deutsch Gesundheitskomitee als Aufsichtsrat  sowie COGES= Comité de Gestion, zu Deutsch Verwaltungskomitee als Verwaltungskomitee. Die beiden Gruppen sind zuständig für die Krankenstation: Arbeitskontrolle und Einkäufe werden in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Bevölkerung und dem Personal der Krankenstation durchgeführt.

Es macht uns einfach glücklich zu sehen, wie sich das Leben in den Dörfern geändert hat. Renate und Boukar denken auch nicht mehr daran, sich im Tschad zur Ruhe zu setzen. Die Beiden haben sich zur Aufgabe gemacht, die Projekte weiter durchzuführen. Sie sehen in diesen Projekten die Chance, dass die jungen Leute zuhause  bleiben. Den Namen „Al Samar“ kennt fast jeder aus der Ethnie von Boukar. In aller Munde ist der Wunsch: „Hätten wir noch paar andere Boukars“.

Dass der Verein diese Erfolge erreicht hat, liegt auch an dem kontunierlichen Engagement von Renate für Förderprogramme im Bereich Bildung und Existenzgründungen.

Es sind auch keine reibungslosen 20 Jahre Aktivitäten im Tschad, denn Boukar setzt die allgemeinen Interessen der Bevölkerung in den Vordergrund, was dort Manche anders sehen.

Wir machen  weiter mit demselben Motto: Hoffnung schaffen, Hoffnung auf ein besseres Leben.


Spenden Sie oder werden Sie Mitglied. Mit einem Mitglidersbeitrag von 5 Euro monatlich können Sie uns helfen, dort Existenzen für Frauen und Jugendliche zu schaffen. Al Samar ist als gemeinnütziger Verein (Körperschafts-Steuer-Nr.: 27/660/5483) eingetragen. Daher ist der Verein berechtigt, eine steuerabzugsfähige Spendenbescheinigung auszustellen.

Ihre Hilfe zählt.

Bankverbindung:

Postbank Berlin, BLZ: 100 100 10; Kontonummer: 0563398102

oder  IBAN: DE53 1001 0010 0563 3981 02


Der Verein Al Samar ist aktiv im Tschad tätig, einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung ums Überleben kämpfen muss.

*********

  • Über uns

Al Samar ist ein gemeinnütziger Verein, der soziale Projekte in Entwicklungsländern foerdert. Ziel des  Vereins ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in diesen Ländern.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Al Samar e.V. folgende wichtige Projekte begonnen: Schule, Krankenstation, Frauenkooperative, Foerderprogramme. Ausserdem finanziert der Verein Brunnen mit Wasserpumpen und Sportmaterial.

  • Geschichte

Es fing 1990 in Mali an. Bei einem Aufenthalt in dem Dorf Dioro (Naehe Segou) besichtigte Renate u.a. eine Geburtenstation und erlebte den Tod eines kleinen Maedchens, das auf der Suche nach einer Gelegenheit für die Toilette in ein mit Wasser gefülltes Loch fiel und starb.

All das erzaehlte Renate nach der Rueckkehr ihrer Mutter, einer einfachen Bauersfrau. Sie war so entsetzt über die Situation dort und gab ihr 100 DM von ihrer kleinen Rente mit den Worten:

 „ Es kann doch nicht sein, dass die Frauen ihre Kinder im Dunkeln gebaeren muessen und Kinder umkommen, weil es keine Toiletten in der Schule gibt. Du musst unbedingt was machen“.

Mit diesen 100 DM begann die Geschichte von Al Samar e.V.

Gemeinsam mit ihren Freundinnen organisierte Renate kleine Bauchtanzveranstaltungen und sammelte Geld fuer eine Solaranlage für dieses Geburtenhaus und finanzierte auch Toiletten in der Schule.

Nach der Eheschließung von Renate und Boukar (siehe Rubrik "Kontakt") im Jahr 1994 reisten sie in den Tschad.  Beide besuchten das Heimatdorf Mafaling von Boukar. Mit 3000 DM begann Al Samar e.V. seine Projekte in diesem Dorf.

  • Das Dorf Mafaling

Das Dorf Mafaling liegt etwa 270 km von der Hauptstadt N’Djamena entfernt, direkt am Fluss Chari. Mafaling ist ein Bauern- und Fischerdorf.







Die urspruenglichen Bewohner (ca 800) stammen aus dem Volk Barma, bekannt als Baguirmi. Durch die Projekte von Al Samar e.V.  siedelten sich immer mehr Menschen an, besonders die Nomaden (Peuhl und Arab-Schua). Somit hat sich die gesamte Gesellschaft geaendert. Im Dorf leben nun Muslime, Christen, Atheisten miteinander und zwar friedlich.

Die neuen Siedler handeln mit Lebensmitteln. Wie es in afrikanischen Doerfern ueblich ist, ist diese Handelsbude zum Männer-Treffpunkt geworden.

Als Boukar nach dem Besuch bei einer alten Frau (Bild 1997 unten) nach Hause gehen wollte, entschied sie sich mitzugehen und sagte: "Ich moechte deine Frau kennenlernen. Wie hast du es geschafft, eine weisse Frau zu heiraten? Schade, dass deine Eltern nicht erleben koennen, was ihr im Dorf durchfuehrt".

Samstag ist der Markttag in Ba-illi. Es gehört zu den Handelsaktivitaeten der Bewohner von Mafaling dort hin zu gehen. Menschen, Waren und Tiere muessen mit Pirogen über den Fluss Chari übergesetzt werden.

Angesichts der Entwicklung des Dorfes Mafaling haben die Bewohner im Maerz 2010, nach knapp vier Jahrzenten, einen eigenen Markt eingeführt: Jeden Donnerstag pilgern wiederum Marktlustige aus der ganzen Umgebung dort hin.


Mit Beginn der Projekte von Al Samar e.V. war Mafaling wieder in aller Munde. Ploetzlich wurde im Jahr 2006 eine Moschee aus irgendeinem arabischen Fonds gebaut. Somit erfuellte sich der Wuensch der Bevölkerung nach einer solid gebauten Moschee.